Hi an alle Biker im Forum,
anbei ein kleines Update. In unserer Gruppe sind 3 Fahrer. Einer von uns versucht sich auf die hier auch häufig angesprochene Methode, Fahren, Fahren, Fahren und Fahren mit Instruktor zu verbessern. Er war im letzten Jahr nach meinem Saisonausklang noch 7 Tage on Track in Spanien, dann jetzt im März nochmal 3 Tage Almeria und dann wieder auf die Strecke wo er im letzten Jahr aufgehört hat, in Alcaraz. An Neuerungen hatte er einen Quickshifter und einen Kurzhubgasgriff verbaut. Er fährt in der langsamsten Gruppe bei einem insgesamt hohen fahrerischen Niveau, das WSBk Team von BMW war auch vor Ort. Er hat sich trotz quasi doppelt so vieler Trainingstage (10 weitere Trackdays) auf der Vergleichstrecke bei perfekten Bedingungen nur um 2 Sekunden steigern können. Eine Sekunde schiebe ich auf Quickshifter und Kurzhubgasgriff. Damit ist für mich widerlegt dass das reine fahren großartige Fortschritte bringt. Wenn du immer wieder die gleichen Fehler machst, bringt dir das nichts außer Spaß, den hatte er. Ich glaube um sich wirklich zu steigern benötigt man theoretischen Input, den habe ich mir über Videos im Winter von Roland Resch, Mathias Meindl, Hobbyracer, Rainer Tschauder und Klaus Thiele geholt. Zudem habe ich mein Bike weiter aufgerüstet. Schwingenumbau bei Emil Schwarz, K Tech Federbein, Adriani Cartridge, Kurzhubgasgriff, 2 Kilo weniger Gewicht am Bike. Mal sehen wo das hinführt. Zudem wurde die Geometrie der Gixer geändert, steht jetzt höher. Ich werde berichten. Bin Osterdienstag in Mettet zum eingrooven und im Mai gehe ich dann auf Zeitenjagd.
Die Methode Fahren, Fahren, Fahren ist definitiv die Beste um sich zu verbessern. Nicht umsonst trainieren auch die ganzen Profis den ganzen Winter über auf verschiedensten Arten von Motorrädern und im Flow zu bleiben. Du merkst es ja selbst auch, wenn du im Oktober dein letztes Event hast und dann bis Ende März kein Bike anrührst, wie steif sich das anfühlt und wie viel Zeit du brauchst um wieder richtig reinzukommen.
Aber: Fahren, Fahren, Fahren heisst nicht einfach planlos durch die Gegend ballern. Wie du selbst geschrieben hast, man muss sich theoretischen Input holen, sei es von Instruktoren, Videos oder anderen alten Hasen im Fahrerlager. Diese Tipps und Inputs auch testen und umsetzen wollen, neue Dinge probieren - dann kommt garantiert der Fortschritt. Nur so merkst du auch wo das Bike seine Schwächen hat und kannst dahingehend auch gezielt optimieren.
Du schreibst von "nur 2 Sekunden". Von welchen Rundenzeiten sprechen wir da z.B. in Alcarras? Von 1.50 auf 1.48 ist kein grosser Sprung nach so vielen Fahrtagen, da gebe ich dir Recht. Von 1.42 auf 1.40 ist eine massive Verbesserung und muss man erstmal hinkriegen.
Abgesehen von all diesen Faktoren kommt es auch stark auf die mentale Bereitschaft deines Kumpel an. Wie viel Risiko ist er bereit zu gehen? Ist er lernresistent oder lernt er schnell dazu? Kann er das gelernte umsetzen? Wie ist seine körperliche Fitness?
Ich bin z.B. eher der Dauerläufer Typ, der seine Bestzeit meist am letzten Tag in einem der letzten Turns hinkriegt. Das heisst meine Risikobereitschaft ist sehr kalkuliert und ich taste mich langsam an. Die körperliche Fitness und Konzentration ermöglicht dann diese Ergebnisse.
Ich habe aber auch bekannte in der Gruppe, die am ersten Tag im vierten Turn ihre Bestzeit fahren und sich dann kaum mehr verbessern. Sie können vom mentalen Part von Anfang an voll reingehen, kriegen es dann aber die nächsten Tage aufgrund der mangelnden Fitness nicht mehr hin oder fahren dann eben einfach nur um zu "fahren"..
Damit du mich auch richtig verstehst, all diese Umbauten die du aufgezählt hast machen technisch Sinn und ich habe das alles mittlerweile an meinem Rennmotorrad dran. Die ersten 3-4 Jahre bin ich aber quasi mit einem Serienbike auf Slicks auf die Rennstrecke, bevor dann irgendwann Fahrwerk, Felgen, Abstimmung etc. hinzugekommen sind.